Manchmal merke ich es ganz deutlich.
Ich stehe zwischen vielen Menschen, Gespräche laufen durcheinander, Themen wechseln schnell. Politik, Vergangenheit, Meinungen, Diskussionen darüber, wer recht hat oder es besser weiß.
Und während alles um mich herum lebendig wirkt, spüre ich in mir etwas ganz anderes.
Es wird still.
Schwer.
Fast wie eine innere Starre.
Ich merke, wie meine Energie langsam nachlässt.
Wie mein Körper sich zurückziehen möchte.
Wie mein Kopf beginnt zu drücken.

Es ist kein Widerstand gegen die Menschen.
Es ist auch kein Urteil über das, was gesprochen wird.
Es ist einfach ein Gefühl in mir, das sagt:
Das ist gerade nicht mein Raum.
Ich beobachte dann oft, wie mein Körper reagiert.
Meine Schultern werden fester.
Meine Atmung flacher.
Und innerlich entsteht der Wunsch, einfach aufzustehen und zu gehen.
Nicht aus Unhöflichkeit.
Sondern aus Selbstfürsorge.
Manchmal denke ich dann:
Ich würde jetzt lieber draußen sein.
An der frischen Luft.
Vielleicht einen Baum berühren.
Still stehen.
Oder einfach gehen, Schritt für Schritt, ohne Worte.
Es ist ein ganz natürliches Bedürfnis.
Kein Fluchtimpuls.
Eher ein Zurückkehren zu mir selbst.
Ich habe lange gedacht, ich müsste anders sein.
Gesprächiger.
Geselliger.
Interessierter an Themen, die viele bewegen.
Doch jedes Mal, wenn ich mich dazu gezwungen habe,
hat mein Körper mir ein klares Signal gegeben.
Erschöpfung.
Innere Unruhe.
Manchmal sogar Kopfschmerzen.
Heute sehe ich das anders.
Nicht als Schwäche.
Sondern als feine Wahrnehmung.
Ich spüre schneller, wenn Gespräche für mich keine Tiefe haben.
Ich merke, wenn Worte laut sind, aber innerlich leer bleiben.
Und ich fühle, wenn mein System Ruhe braucht, statt weiterer Reize.
Das bedeutet nicht, dass ich Menschen nicht mag.
Ganz im Gegenteil.
Ich liebe echte Begegnungen.
Ruhige Gespräche.
Momente, in denen man sich wirklich zuhört.
Aber oberflächliches Reden, Diskussionen ohne Zuhören,
oder das ständige Vergleichen und Bewerten
ziehen mir Energie.
Und ich möchte niemanden dafür kritisieren.
Jeder Mensch ist anders.
Jeder hat andere Bedürfnisse.
Das ist völlig in Ordnung.
Ich habe nur gelernt, meine eigenen besser zu verstehen.
Wenn ich heute merke, dass mein Körper lieber laufen gehen möchte,
dann nehme ich das ernst.
Wenn ich spüre, dass mir Stille gut tut,
dann erlaube ich sie mir.
Und manchmal stehe ich tatsächlich einfach draußen,
lege meine Hand an einen Baum
und atme.
In diesen Momenten kommt etwas zurück.
Klarheit.
Ruhe.
Ich selbst.
Vielleicht ist das mein Weg.
Nicht lauter zu werden,
sondern stiller.
Nicht überall dabei zu sein,
sondern dort, wo es sich stimmig anfühlt.
Und vielleicht ist genau das kein Rückzug vom Leben,
sondern eine liebevolle Bewegung zu mir selbst.
So ist es halt bei mir.
Und ich beginne, das immer mehr anzunehmen.
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