Heute war ich einkaufen.
Ich hatte es eilig.
An der Kasse war viel los, die Schlange lang, meine Gedanken schon beim nächsten Termin.
Vor mir stand eine ältere Dame.
Sie war nicht besonders schnell.
Sie zählte ihr Kleingeld sorgfältig ab.
Dann hatte sie noch Fragen – zu einem Produkt aus dem Prospekt, das direkt an der Kasse lag.
Ich spürte, wie mein Ego sofort nach vorne sprang.
„Muss das jetzt sein?“
„Ich habe es eilig.“
„Das ist doch unverschämt.“
Und dann: STOPP.
Nicht laut.
Aber klar.
Ein innerer Moment des Innehaltens.
Ich stellte mir nur eine einzige Frage:
Wie kann ich das anders sehen?
Plötzlich veränderte sich alles.
Ich sah, wie liebevoll die Kassiererin der älteren Dame erklärte, worum es ging.
Sie stand sogar auf, um ihr das Produkt ganz in Ruhe zu zeigen.
Kein Stress. Kein Genervt sein. Nur Präsenz.
Und auf einmal war da ein Bild in mir:
Was, wenn das meine Großmutter wäre?
Was, wenn ich mir genau diese Geduld für sie wünschen würde?
In diesem Moment verschwand meine Eile.
Wie weggeblasen.
Stattdessen spürte ich Dankbarkeit.
Verständnis.
Und etwas, das sich ganz still wie Liebe anfühlte.
Ich lächelte die Kassiererin an und sagte leise: „Danke.“
Und ich ging weiter – nicht schneller, aber viel ruhiger.
Vielleicht ist genau das möglich:
Dass wir immer wieder STOPP sagen können.
Wenn wir vorschnell urteilen.
Wenn wir uns verteidigen wollen.
Oder innerlich angreifen.
Ein kurzer Moment.
Eine neue Frage.
Und die Bereitschaft, anders zu sehen.
Diese Bereitschaft öffnet einen neuen Blick.
Und manchmal auch unser Herz. 🌿