Wir Menschen haben gelernt, vieles in gut oder schlecht einzuordnen. Was uns gefällt, soll bleiben. Was unangenehm ist, soll möglichst schnell verschwinden.
Doch was gut oder schlecht ist, sieht nicht in jedem Kopf gleich aus. Wir schauen auf die Welt und verbinden das, was geschieht, mit unseren Erfahrungen, Erwartungen und Urteilen.
Was wäre, wenn die Welt zunächst nicht unser Urteil trägt?
Was wäre, wenn vieles von dem, was wir für die unumstößliche Wahrheit halten, unsere persönliche Deutung ist?
Das bedeutet nicht, dass es keine Verletzungen, Angriffe oder realen Gefahren gibt. Und es bedeutet auch nicht, dass wir alles hinnehmen müssen.
Doch unsere Gedanken beeinflussen, was wir wahrnehmen, wie wir handeln und welche Bedeutung wir einem Geschehen geben.
Wenn ich überall Unheil erwarte, werde ich vor allem nach Anzeichen dafür suchen. Wenn ich die Welt grundsätzlich für gefährlich halte, werde ich ihr ängstlicher begegnen und aus dieser Angst heraus handeln. So kann sich meine innere Geschichte immer wieder zu bestätigen scheinen.
Vielleicht lohnt es sich deshalb, genauer hinzusehen:

Welche Geschichte erzähle ich mir immer wieder?
Welches Urteil halte ich für die Wahrheit?
Und warum komme ich trotz wechselnder Menschen und Situationen so häufig am gleichen inneren Punkt an?
Nicht, um Schwieriges schönzureden. Sondern um zu erkennen, an welcher Stelle ich meine Freiheit zurückholen kann.
Denn nicht alles, was geschieht, liegt in meiner Hand.
Doch ich kann lernen, ihm anders zu begegnen.